Pfarre Wiesmath

Pfarrkirche St. Peter und Paul

Bild zu Pfarrkirche St. Peter und Paul Die Pfarrkirche zu Wiesmath liegt auf einer Hügelkuppe, die zu drei Seiten mäßig, an der Ostseite jedoch stark abfällt. Warum die Kirche gerade an dieser Stelle steht, berichtet folgende Sage:

An der Stelle, wo heute die Pfarrkirche von Wiesmath steht, befand sich ursprünglich eine Wiese. Eines Tages, so erzählt die Sage, mähte einer der ersten Ansiedler an dieser Stelle, und plötzlich schlug er mit seiner Sense an einen harten Gegenstand. Als er nachsah, fand er im Gras eine schöne geschnitzte Figur des Jesuskindes, welche er mit seiner Sense in die Stirne geschnitten hatte. Er trug nun das Jesuskind auf einen in der Nähe gelegenen Hügel (Rosenhügel oder Treitlerriegel), wo die Bewohner des Ortes eine Kirche zu bauen beabsichtigten. Aber siehe da! Am nächsten Tag war das Jesuskind wieder an der Stelle, wo es gefunden worden war. Die Leute erblickten darin einen Wink des Himmels und erbauten an der Fundstelle eine Kirche, auf deren Hochaltar noch heute das Jesuskind in einem zierlichen Glaskasten steht und an seiner Stirne die Spur eines Sensenhiebes zeigt. Von jener Zeit an wurde der Ort Wiesmath (abgeleitet von Wiesenmaht) genannt."

Ursprünglich wurde die heutige Kirche als Burg erbaut. Ihre Besitzer, die Herren von Schlatten, stifteten sie nach 1300 einem Vikariat der Pfarre Bromberg, das dem Erzbischof von Salzburg unterstand. Die erste urkundliche Erwähnung der Pfarrkirche zu Wiesmath erfolgte um 1350.

Die Pfarrkirche wurde neben der Hauptstraße, die sich im Norden platzartig erweitert, erbaut. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts war ein steinernes "FESTES HAUS" (anstatt eines aus Holz) gesetzt worden. Das romanische "Feste Haus" dürfte ursprünglich dreigeschossig gewesen sein und weist eine Mauerstärke von 5,5 romanischen Fußes (184 cm) auf. In der Nordostecke, der geschütztesten Stelle des Gebäudes, führte eine Stiege innerhalb der Mauer in den heutigen Dachboden, deren Eingang 1850 zugemauert wurde. Die Seitenwände messen 3 spätromanische Fuß (90 cm), die Stirnwand 130 cm, die jetzige Eingangswand ist 70 cm dick.

Nach der Umwidmung in eine Kirche wurde die Ostseite des Langhauses durchbrochen, mit einem Triumphbogen ausgeschmückt und der Chor (der heutige Vorderteil der Kirche) wurde im 5/8 Schluss angebaut. Wahrscheinlich war der Chor zur damaligen Zeit bereits gewölbt. Seine Mauerstärke beträgt 150 cm. Der Triumphbogen zwischen Langhaus und Chor hat die gewaltige Dicke von 2,18 m. Dies erklärt sich daraus, dass in seinem Inneren eine Treppe eingebaut ist, die in der Mauerdecke zum Dachboden hinaufführt. Ihr Eingang ist vermauert. Sie verläuft geradlinig und übersteigt den Triumphbogen. Im oberen Teil fehlt die Überwölbung, auch die Stufen fehlen fast völlig.
Zur gleichen Zeit entstand an der Nordwand des hinteren Teiles ein Fresko, das die 12 Apostel zeigt.

Befestigung als Wehrkirche

Die Befestigung der Kirche erfolgte auf einfache Weise, indem man auf die Mauerkrone Wehrerker setzte, die aus der Dachschräge hervorragten. Dadurch ergaben sich am Dachrand Aufstellungsorte für die Schützen, die durch Schießfenster in der Vorderwand und in den Seitenwänden ihre Pfeile und Armbrustbolzen bzw. in späterer Zeit ihre Kugeln auf die Feinde abschießen konnten. Von den einst vorhandenen Wehrerkern bestehen heute noch fünf, wobei der über dem Eingang befindliche als Gusserker leicht erkennbar ist. Der benachbarte Erker trägt noch Stab und die Ziffern einer Sonnenuhr. Der vermutliche Schöpfer der Kirchenbefestigung ist der Wr. Neustädter Stadtzeugmeister Sebald Werpacher (gest. 1503), der auch in der Umgebung als Baumeister tätig war.

Um 1498 wurde im Kirchenraum ein Netzrippengewölbe (vermutlich von Sebald Werpacher) mit leeren Wappenschildern als Schlusssteine sowie ein zweiachsiges Orgelempore über netzrippenunterwölbten Spitzbogenarkaden eingezogen. Das alte Fresko wurde dabei zum Teil überdeckt, und ein neues Fresko, das die Epiphanie (Anbetung Jesu mit dem Zug der Heiligen Drei Könige) zeigt, entstand.

Im Zuge dieser Umbauten wurde die Pfarrkirche den Kirchenpatronen Petrus und Paulus geweiht.

Es entstand ein spätgotischer Turm aus Mischmauerwerk (Stein und Ziegel), der durch kleine Schießfenster gegliedert war.

Die Kirchhofmauer

Die Befestigung mit einer Mauer und einem Viehhof war in der Buckligen Welt einzigartig: Der Wehrkirchenhof war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch fast vollkommen erhalten. An der Stelle des Gittertores in der Südostecke sprang der Torturm in seinem ganzen Umfang in den Graben vor. Neben ihm war vor der Südseite des Kirchhofes ein unregelmäßig viereckig ummauerter Platz, der vom Kirchhoftor unabhängig, und somit kein Vorkirchhof war. Dieser kann nur, wie bei der ganz ähnlichen Anlage von Unterwaltersdorf, als Viehhof gedient haben. Hierher wurde in Zeiten der Gefahr das Vieh der Marktbewohner getrieben.

Wie häufig bei den Wehrbauten der Buckligen Welt, ist vom Wehrkirchhof nicht viel übrig geblieben, dafür die Kirche selbst als Wehrkirche erhalten. Wie in den meisten Dörfern der Buckligen Welt wurde die Kirche nicht nur zum Dienste Gottes, sondern auch zur Verteidigung und zum Schutz der vom Feinde so oft bedrängten Ortsbevölkerung erbaut.
Als sogenannte "Kirchenlacke" bestand der Wassergraben bis zum Jahr 1874. Nach der Franziszeischen Aufnahme von 1822 hatte dieser den Kirchhof noch auf drei Seiten umgeben. In diesen Graben wurde das Regenwasser vom oberen Ort hingeleitet, um Wasser zum Feuerlöschen und Tränken des Viehs zur Verfügung zu haben. 1834 wurde der Graben durch die Pfarrangehörigen gereinigt und länger und tiefer gemacht.

Auch gab es damals noch einen Torturm mit Zugbrücke. Jetzt bildet ein eisernes Gittertor zwischen zwei Pfeilern den Eingang in den Kirchhof. Bei einer Ausbesserung der Torpfeiler im Jahr 1937 verschwand auch eine sich nach außen trichterförmig erweiterte Schießscharte, die sich rechts daneben in der Kirchhofmauer befunden hatte. Im Jahr 1955 wurde auf der Straßenseite in die Kirchhofmauer ein doppelter Stiegenaufgang eingebaut, der sich auf halber Höhe vereinigt. Die Kirchhofmauer selbst ist in einem unregelmäßigen Rund um die Kirche geführt. Nur im Süden fehlt ein längeres Stück und wird durch einen Gartenzaun ersetzt. Diese wird von einem leeren, grasbewachsenen, von den angrenzenden Grundstücken scharf getrennten Geländestreifen begleitet, der leicht als der eingeebnete Kirchgraben zu erkennen ist.

Die Kirchhofmauer, welche 1951 einen Verputz erhielt, ist innen nirgends mehr höher als 96 cm. Nach außen ist sie, durch mehrere Mauerpfeiler gestützt, 3,45 m hoch. Einen Anhaltspunkt über die frühere Mauerhöhe gaben bis 1938 zwei Balkenlöcher, von denen eines für einen Stützträger, das zweite in der Höhe von 1,26 m für einen Tragbalken des Wehrganges vorgesehen war. Außer der bereits erwähnten Schießscharte neben dem Eingang gab es bis 1938 noch eine weitere Schießscharte im Ostteil der Mauer, von der heute ebenfalls keine Überreste mehr vorhanden sind.

Karner - Mesnerhaus

Aus der an dieser Seite ursprünglich vorhandenen Kapelle wurde ein Karner (Gebeinhaus) geschaffen. 1817 wurden entsprechend einer Verordnung die Gebeine ausgeräumt und eingegraben. Im ehemaligen Karner wurde eine Wohnung eingerichtet. Der Zins floss der Kirche zu und musste in der Kirchenrechnung angeführt werden. Dieses Gebäude wird heute von Frau Dienbauer, welche den Mesnerdienst versah, bewohnt. Das "Mesnerhaus" springt mit seinem ganzen Umfang in den Kirchhof vor. Es hat einen durch Vermauern verkleinerten Eingang mit spätgotischem Stabwerk und darüber eine rechteckige Wandnische mit abgeschrägter, auf schrägstehenden Wappenschildchen aufruhenden Steinumrahmung.

Huetstube

Oberhalb des Gittertores befand sich früher ein kleines Gebäude, welches einst als Körnerkasten (Schüttkasten) verwendet wurde. Dieser wurde 1774 aus Kirchenvermögen erbaut.

Das Memorabilienbuch der Pfarre Wiesmath berichtet anno 1853 folgendes: "Am Eingang in den Friedhof, vor den nun befindlichen eisernen Gitterflügeln, stand einst ein altes Gebäude, welches in der ältesten Zeit Huetstube auch Holzstube und später von seiner Verwendung Schüttkasten benannt wurde. Es war ein altes, viereckiges und hohes Gebäude mit stark schrägem Ziegeldach, einer kleinen Festung nicht unähnlich, da es ringsherum mit regelmäßigen Schießscharten und früher auch mit einer Zugbrücke versehen war, als sich der Wassergraben noch rings um die Kirche herumzog. Der Anblick dieses alten und düsteren Mauerwerkes war mir nun seit jeher ein Gräuel in den Augen, umso mehr, da dieses unerfreuliche "Genieste" die Ansicht des Gotteshauses beinahe ganz verdeckt und den einzigen Zugang zur Kirche verrammelte, da jeder Kirchenbesucher dieses dunkle Loch wie ein Durchhaus passieren musste. Höchst unanständig und unangenehm war dieses Durchschliefen bei feierlichen Prozessionen mit Kreuz, Fahne und dem Traghimmel, unmöglich das Drängen und Stoßen nach dem Gottesdienst an hohen Festtagen, ja sogar gefährlich, war im Winter zur Adventszeit, weil am Eingang zwei steinerne Stufen in dieses finstere Loch abwärts führten, die man in der Dunkelheit leicht übersehen und die auch oft mit Eis überzogen waren und daher manchen Fall verursachten. Zur Sommerzeit wieder hielten die liederlichen Burschen und alle jene, welche in den Gottesdienst zu spät kamen, ihre Pieunion (?) mit allen möglichen Bübereien und Possen. Alle diese Umstände bewogen mich endlich, ernstliche Schritte zu tun und die Demolierung dieses alten Schüttkastens bei der Patronatsverwaltung zu beantragen."

Das Abreißen des Schüttkastens erfolgte schließlich, unter dem Protest zahlreicher Wiesmather, durch den ortsansässigen Maurermeister Johann Handler.

Neben diesem Gebäude hatte sich ein zweiter größerer Kasten mit einem großen Keller befunden. Gegen 1600 dürfte das Chorgewölbe schadhaft geworden sein. Es wurde Frühbarock völlig erneuert. Es weist flache Wandpilaster, Stuckrippen, sowie Gurten mit Stuckbändern auf. Die Fenster wurden vergrößert und erneuert. Die Rosetten in den Stuckkreisen könnten möglicherweise die wiederverwendeten (eingemauerten) Schlusssteine des frühgotischen Gewölbes sein.

Türken und Kuruzzen

Das Jahr 1529 brachte auch für Wiesmath durch die Türkeneinfälle eine schwere Zeit. Ein Haus in der Rotte Stadtweg heißt heute noch "beim Türk - Eidler". Auch im Jahr 1683 hatte der Ort unter den Einfällen der Türken zu leiden. Als Zufluchtsorte galten die Wehrkirche in Wiesmath und die Burg Stickelberg.

Im Jahr 1702 begannen die Kuruzzen, ungarische Rebellen, gegen die habsburgische Herrschaft, mit ihren Einfällen. Die Wiesmather Bevölkerung flüchtete wieder in die Kirche und von da aus nach Stickelberg in eigens hergestellten unterirdischen Gängen. Einen solchen Gang gab es längs des Platzes von der Pfarrkirche weg zum Beisteiner-Haus (Beisteiner-Schlosser). Einer soll in den Gensleitengraben und einer in die Schorin geführt haben. Überreste solcher Fluchtgräben sind auch noch in Geretschlag zu finden.

Die Sage „Der Meisterschuss“ erzählt, dass der Anführer der Kuruzzen auf dem Moiser-Riegel vor seinem Zelt gesessen sei, um ein gebratenes Huhn zu verspeisen. Plötzlich wurde ihm das Huhn von einem Armbrustbolzen, der vom Wiesmather Kirchturm abgeschossen worden war, aus der Hand gerissen. Der Kuruzzenführer war darüber nicht wenig erschrocken und sandte einen Boten nach Wiesmath hinein, der nachfragen sollte, wer die Befehlshaber von Wiesmath seien. Die Wiesmather gaben ihm zur Antwort: "Petrus und Paulus, unsere Kirchenpatrone!" Dann stürmten die Männer aus ihren unterirdischen Verstecken hervor, um die Feinde anzugreifen. Daraufhin ergriffen die Kuruzzen die Flucht, und Wiesmath wurde von ihnen nie wieder belästigt.

Erhöhung des Turmes

Das Renovierungsdatum 1703 an der Chorseite des Triumphbogens könnte sich auf die Erhöhung des Turmes beziehen. Der Turm wurde um zwei Geschoße erhöht und erhielt ein barockes Zwiebeldach. In der Metallkugel an der Spitze des Turmes werden Schriftstücke den Umbau betreffend aufbewahrt.
Zur selben Zeit wurde der Triumphbogen barock erweitert und ausgestaltet.

Einrichtung der Kirche

In der Kirche befinden sich ein barocker Hochaltar (aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts), sowie eine Rokokokanzel aus der Zeit um 1750. Im Memorabilienbuch der Pfarre Wiesmath wird über eine Kirchenrenovierung in den Jahren 1850/51 berichtet:

"Pfarrer Rentner besorgte 1850/51 das Renovieren der Kirche. Die Gemeinde übernahm das Ausweißen und Färbeln der Kirche durch Maurermeister Johann Handler.
1850: Aufgang von der linken Ecke beim linken Seitenaltar auf den Dachboden und Turm wurden zugemauert und die Tür, die aus der Kirche über eine steinerne Schneckenstiege auf den Kirchenboden führt. Dafür neuer Aufgang auf den Turm zum Glockenhäuschen hergestellt. Kirchenstühle, welche der Länge der Kirche nach aufgestellt waren, wurden entfernt und durch neue gegen den Hochaltar gekehrte ersetzt. Das Tafelwerk, womit im vorderen Teil der Kirche zu beiden Seiten die Wände etwa 11/0 Klafter hoch verkleidet waren, wurden weggenommen weil wurmstichig und vermorscht.

1851 kam der Vergolder, Herr Bonaventura Emler. Zwei große Statuen am Hochaltar wurden als incurabl (Johannes der Täufer und Johannes der Jünger) ersetzt durch restaurierte stehende Engel aus der Annakirche vom Seitenaltar, wo sie unbeachtet und verrammelt standen. Fünf Kisten mit renovierten Statuen und den unzähligen Ornamenten kamen aus Wien zurück.

Das alte Altarbild mit seinem widerlichen Rahmen wurde ersetzt durch ein neues. Es stellte die Gottesmutter auf der Weltkugel dar. Alt, zerrissen, dem Kirchenpatrozinium nicht mehr angepasst. Mit der Anfertigung des neuen Altarbildes wurde der Kunstjünger, H. Bonaventura Emler, der jüngere Sohn des Vergolders, dzt. Akademiker der St. Anna in Wien und Schüler des weltberühmten Professors Führich, beauftragt. Er schrieb an Pfarrer Prentner: "Um Sie mit der bestellten Arbeit, dem Altarbild Peter und Paul, möglichst zufriedenzustellen, dauern auch meine Vorstudien dazu etwas länger. An beiliegender, leicht entworfener Aquarell-Skizze will ich Ihnen nur in etwa anschaulich machen, nach welchen Hauptumrissen das ganze bearbeitet werden wird. Ich glaube, dass nebst den zwei Apostelgestalten als Hauptfiguren des Bildes auch die heilige Jungfrau, sitzend auf einem erhabenen Thron, mit dem stehenden Jesuskind, dem Erlöser der Menschen auf dem Schoss, recht gut hierher passen dürfte, zumal das Bild, welches bisher am Altar war, auch eine Gottesmutter, mit dem Kind am Arm, vorstellte. Ich würde für das, was das Bild mit der Madonna mehr Mühe und Arbeit kosten würde, nicht das geringste in Anschlag bringen, sondern es aus Liebe zum Volk und für die gute Sache tun. Das Bild war nach seiner Vollendung drei Monate in der Kunstausstellung und hat von dem löblichen Ausschusse des Severinus - Vereines, sowie von vielen Mitgliedern desselben und Besuchern des Kunstvereines sehr viel Beifall gefunden, sowie dies auch die katholischen Tagesblätter in mehrfachen günstigen Rezensionen mit den Worten aussprachen. Es sei mit Begeisterung und Strebsamkeit gemalt. Auch der vergoldete Rahmen ist neu. Die Befestigung des Bildes erfolgte am 26. Juni 1851. Am darauffolgenden Patrozinium wurde eine entsprechende kirchliche Feier veranstaltet."

Anstelle der beiden Rokoko-Seitenaltäre (um 1760) befinden sich heute ein Heiligenbild und die Bilder der Kreuzwegstationen. Besondere Kostbarkeiten sind die handgeschnitzten Figuren des Auferstandenen Christus (um 1730) und der hl. Anna Selbdritt (um 1520).

Der spätgotische Turm an der Südseite der Kirche, der im Erdgeschoss und im ersten Stock mit einem Kreuzgewölbe versehen ist, wurde im Jahre 1703 mit einem barocken Turmhelm ausgestattet. Unter dem Turmdach werden Schriftstücke, welche diesen Umbau betreffen, zusammen mit Münzen aus dieser Zeit aufbewahrt.
Bei der Kirchenrenovierung (1972/73) wurden wieder Münzen, darunter auch ein Golddukaten, beigefügt.

Der Turm bietet bei klarem Wetter dem Betrachter einen weiten Ausblick - im Westen bis zu den schneebedeckten Gipfeln von Rax, Schneeberg und Schneealpe, während im Osten die silbrig glänzende Fläche des Neusiedler Sees erkennbar ist.

Erwähnenswert wären noch das Missionskreuz mit den Jahreszahlen 1953 und 1977 an der Kirchenmauer, sowie zwei barocke Grabsteine mit den Aufschriften "DEN 8. JULIO 1677 IAR" ist hier "GEORG FHIEWIRT" gestorben. "ALHE LIGT BEGRABEN DER EHRVESTE UND VERNEHME HER ELIAS BARSTORFER GEWESTER RICHTER, BINTER UND RADSBURGER IN MARCHT WISMAD SEINES ALTERS 60 IAR GESTORBEN."
1956 erhielt die Pfarrkirche ein neues Geläute (4 Glocken) und anlässlich der Renovierung 1972/73 eine neue Orgel.

Der letzte größere Umbau, der die Form der Kirche veränderte, wurde 1986 vorgenommen, als die Sakristei (ebenso wie der Chor im 5/8 Schluss) an die Ostseite der Kirche angebaut und die alte Sakristei, die im Turm untergebracht war, zu einer Marienkapelle umgestaltet wurde.

1997 wurde ein aus dem vorigen Jahrhundert stammender Kreuzweg in die Kirche eingefügt.

Im Jahr 1994 wurde die Kirche ausgemalt. Man wählte (auf Anregung des Restaurators Alfred Weiß aus Mödling) die Farbgebung aus früherer Zeit. So wurde das Kirchenschiff gotisch, der vordere Teil ab dem Triumphbogen wie im Barock gestaltet.

Literaturverzeichnis:

Aufzeichnungen über die Pfarrkirche Wiesmath von Herrn Dr. Erich Pohl
Memorabilienbuch der Pfarre Wiesmath (übersetzt von Prof. Lorenz Dienbauer)
Untersuchungsbefund der Pfarrkirche Wiesmath - innen - von Herrn Restaurator Alfred Weiß, Mödling.
Wiesmather Heimatbuch OSR Lutz Krahl 1995
Verkündigungsführer der Pfarrkirche Wiesmath 1998

Eine Kunsthistorische Beschreibung der Kirche finden sie im Verkündigungsführer der Pfarrkirche zu Wiesmath erhältlich in der Pfarrkirche oder in der Pfarrkanzlei der Pfarre Wiesmath.

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